Vorheriger Vorschlag

Pankower Tor - Ein lebendiges Quartier mit Zukunft

Planerteam: Nöfer Gesellschaft von Architekten mbH, CKSA l Christoph Kohl Stadtplaner Architekten, Fugmann Janotta Partner Landschaftsarchitekten, STADT+VERKEHR Ingenieurbüro Terfort, Buro Happold

weiterlesen

Pankower Tor – zwischen ‘Urbanität und Idylle’

Planerteam: blocher partners (Stuttgart, Berlin), KCAP Architects & Planners (Rotterdam, Zürich, Shanghai), Karres en Brands (Hilversum), Buro Happold (Berlin), ARGUS (Berlin)

 

Neuer Kiez im Zentrum von Pankow – ein grünes Pendant zum historischen Zentrum

Die Städtebauliche Setzung verbindet Pankow Nord und Süd über den von Grün begleiteten Gleisfluss. Hier entstehen ein Trockenbiotoppark und die Schnellradstrecke Panke-Trail und verbinden das neue Stadtquartier mit der Metropole Berlin und den durchgrünten Nachbarschaften in Heinersdorf und der angrenzenden Brandenburgischen Landschaft.

Wohnen in Pankows ‘Sommerfrische’ - exzellent angebunden an Berlins Zentrum.

Zwei Vorderseiten, geprägt von Freiraumstrukturen, dem Trockenbiotop entlang der Gleise und der die Feuchtbiotope und Regenwasserretention aufnehmende ‘Kiez-Anger’ zur Granitzstraße bieten Urbanität im Westen und mehr Idylle und durchgrüntes Wohnen Richtung Kleingärten Heinersdorf. Die Abfolge der öffentlichen Freiraumangebote bieten räumlich wie programmatisch ein Pendant zum historischen Zentrum Alt-Pankow.

Re-Knitting the Network: Diverse Beziehungen über die Gleistrasse, teils physisch (Unterführung, Passerelle), teils visuell vernähen die bis dato getrennten Stadtteile. An wesentlichen Knotenpunkten werden neue Destinationen ausgebildet: Am Berliner Platz die urbane Mischung, im Zentrum der Kiez-Platz, Richtung S-Bahnhof Heinersdorf der Knowledge- und Freizeit HUB, wo Stadtbevölkerung mit Laubenpiepern zusammenkommen.

Um den Konzeptplan und die Visualisierungen des Entwurfs anzuschauen, klicken Sie auf die unten angezeigten Bilder:




Was gefällt Ihnen an diesem städtebaulichen Ansatz? Wo sehen Sie Verbesserungsbedarf, woran sollten die Planer*innen noch arbeiten und warum?

Kommentare

Eine Tram mit Rasengleis finde ich grundsätzlich positiv. Da aber parallel hierzu die S-Bahn verläuft bilden beide ÖPNV Verkehrträger ein Korsett, in dem das Quartier gefangen ist. Die Zufahrt zu den Tiefgaragen erfolgt über das Tramgleis in die Wohnstraßen. Da die Granitzstraße eine hochbelastete Straße ist ergeben sich hieraus größere verkehrstechnische Probleme. Der Lärm des MIV wird ins Quartier gebracht. Es fehlen für die Bewohner Erholungs- und Erlebnisräume im Inneren des Quartiers. Um von einem Bereich in den nächsten zu gelangen muss ich als Bewohner immer entlang der Verkehrtrassen laufen oder radeln. Die Baumasse ist zu wuchtig und führt zu großen Verschattungen.

Fast die gesamte Fläche wird für Gebäude genutzt, die auch noch viele Stockwerke aufweisen. Hier werden Pankow-Süd und Pankow-Nord nicht miteinander verbunden, sondern endgültig durch eine Beton-Enklave getrennt..

Wie hoch sollen die Wohnblöcke werden?
Werden die Erdgeschosse auch tatsächlich als Gewerbeflächen angelegt oder ist das nur eine Option?

Das sieht wie typischer Berliner Städtebau aus - aber ohne Würze. Das ist ein guter Entwurf. Quartiersplatz passt. Grünfläche und Naturbelange sind gefühlt vergessen worden.

Die Hochpunkte wissen zu gefallen (könnten jedoch noch etwas höher sein), die zu großen Blockstrukturen schaffen jedoch wenig Abwechslung. Die Durchwegungen innerhalb der Höfe wirken willkürlich und schaffen weder private Hof- noch urbane Stadtstrukturen. Das Hochhaus am Bahnhof gefällt hingegen.

Hier wird viel erzählt, heraus kommen aber nur triste, dichte Häuserblocks mit keinerlei Ideen oder Qualitäten für die Stadt bzw. Pankow.

Der Hochhausklotz direkt neben der Bahnbrücke, über die im Minutentakt die Züge rattern, umrahmt den Eingangsplatz zum neuen Stadtquartier. - Das kann nur ironisch gemeint sein! Ich sehe (und rieche!) die dort entstehenden ungemütlichen Ecken schon anhand der ersten Skizzen.
Weiter gehts mit einer Blockrandbebauung dicht an dicht und toten Innenhöfen wie in altbekannten Plattenbauvierteln. Die einzige, den Blick einladende Freifläche im Entwurf ist rund um die Schule - für die perfekte Sichtachse aufs Möbelhaus. Diese Einfallslosigkeit und Tristesse ist kaum zu toppen.

Nicht überzeugend: winziger "Community garden" an der stinkenden Straße. Großes Hochhaus am Bahnhof Pankow. Nein, bitte nicht.
Ganz schön die Idee, dass überall im Quartier kleine Läden oder andere Gemeinschaftseinrichtungen zu finden sind. Café, Galerie etc.
Sind die Zangen, die in die Höfe ragen, die neue Bauweise, um noch mehr Wohnungen in eine Blockrandbebauung reinzuquetschen? Sie zerstören doch den ruhigen, für alle Anwohner gleichermaßen nutzbaren Hofcharakter. Es entstehen enge, dunkle Hinterhofsituationen a la Zille. Das kann doch nicht die Bauweise im 21. Jahrhundert sein!!!

Gutes Zusammenspiel zwischen Privatsphäre der Anwohner und öffentlichen Plätzen. Ich hätte mir eine großflächigere Grünfläche für alle gewünscht.

Der schmale Grünstreifen mit Straßenbahntrasse wirkt kaum wie eine freundliche Erholungsfläche, vielmehr schneidet er das neue Viertel vom Kissingenviertel ab, ohne Zusatznutzen zu bringen. Schön ist der große Platz an der Berliner Straße.

Wo ist den der Park? Oder sollen die Höfe die Parks werden?

Ihr Modell beinhaltet einige gelungene Ansätze wie beispielsweise die Diversifizierung von Gebäudehöhen und die Inklusion von Biotopen. Jedoch wird durch die überwiegende Bebauung der Fläche, jene für grüne Freiräume sehr verringert und zerstückelt. Dies bietet leider einen verringetren Nutzung für Flora, Fauna, sowie die Be- und Anwohner/innen des Quartiers. Es stellt sich zudem die Frage, ob der außenliegende Platz an der Bahnhaltestelle versiegelt sein muss, oder ein Teil der vorhandenen Bodenstrukturen erhalten werden können.

Dieser Entwurf bindet die Umgebung nicht ein, wirkt wie aus der Ferne ohne Ortskenntnis entworfen und lässt jegliche städteplanerische Phantasie vermissen.

Kurz vor Ende der Kommentarzeit will ich mich hiermit ausdrücklich an die Juroren, aber natürlich auch an alle Interessierten und Entscheidungsträger wenden, um Ihnen einige, meiner Meinung nach wichtige Aspekte bei der Bewertung der Entwürfe nahezubringen bzw. zu erläutern.

1. Bitte nehmen Sie sich Zeit, zu Hauptverkehrszeiten den S+U Bahnhof Pankow nebst den Tram- und Busstationen zu beobachten. Sie werden bemerken, dass der S-Bahnsteig nur Richtung Osten über eine einzelne Treppe verlassen werden kann (die Kapazität des Fahrstuhls kann vernachlässigt werden, die Rolltreppe gibt den zur S-Bahn Zusteigenden etwas Entlastung.). Die Umsteiger zur U-Bahn können ebenfalls nur diese eine Treppe benutzen. Bedenken Sie, dass eine Kapazitätssteigerung der S-Bahn angestrebt ist, und dass weiterer Zuzug nicht nur unmittelbar in Pankow erfolgt, sondern auch in Blankenburg, Karow und Buch weitere Quartiere entstehen werden. Die Verkehrssituation für Umsteiger besonders von der S-Bahn in die Tram M1 und 50 (sehr schmaler Um- und Einsteigebereich an der Berliner Str) ist sehr angespannt und eng. Die umgekehrte Richtung verteilt sich etwas besser (Busse Ecke Granitzstr). Mit dem Pankower Tor kommt noch eine weitere Tram-Linie hinzu.

Lösungsvorschlag:
- neuer Zugang zum S-Bahnsteig westlich (Richtung Bornholmer Str), so dass es zwei Möglichkeiten gibt, den S-Bahnhof zu verlassen. Auch für Umsteiger zur U-Bahn kann dieser Weg eine Alternative sein. Außerdem verkürzt sich der Weg von der Mühlenstraße kommend erheblich.
- wenn möglich beim Bauvorhaben an der Berliner Str. diese etwas zu verschwenken, um den zu schmalen Um- und Einsteigebereich für die z.Z. drei Buslinien und dann drei Tramlinien zu vergrößern.

2. Bei einer der Themendiskussion am 22.02.21 kam der Verlauf des Panketrails zu Sprache. Konflikte, die zwischen Radfahrern auf dem Trail und dem Trail überquerenden Fußgängern bzw. Radfahrern entstehen können, wurden damit kommentiert, dass die gegenseitige Rücksichtnahme das erste Gebot des Straßenverkehrs sein. Ich halte das für keinen guten Ansatz, sondern würde lieber eine klarere Separation des Panketrail zu anderen Verkehrsteilnehmern sehen. Wer nicht selbst Rad fährt, sollte sich bei schönem Wetter den Radverkehr in Berlin anschauen. Lieber so planen, dass Konflikte erst nicht entstehen.

Im einzelnen:
- Kitas am Panketrail müssen Eingangsbereiche haben, so dass auch radfahrende(!) Eltern, die ihre Kinder holen oder bringen, den Durchfluss auf dem Trail nicht behindern.
- Trail nahe an Gastronomie, Einzelhandel oder Spielplätzen sehr gut durchdenken oder vermeiden, wo es geht.

3. Verbindung nach Norden
Bislang ist eine Unterführung an der Hadlichstr. geplant. Dieser Übergang ist die erste Wahl und sollte dort entstehen. Es ist der direkte Weg von der Mitte des Pankower Tors zum Schlosspark oder zum Freibad.
Allerdings ist es von dort bis zum nächsten Übergang Richtung Osten (Autobahnbrücke am S Pankow-Heinersdorf) über 1,1km. Wenn die Bahntrasse nicht wie ein Grenze wirken soll, ist ein weiterer Übergang unerlässlich. Dazu bietet sich der Bereich an der Ecke östlich der Tankstelle an der Damerowstr an.

Hier gab es in den Themendiskussion die Idee einer dünenhaften Überwellung der Bahntrasse (ähnlich zu Wildbrücken, wie sie an Autobahnen zu finden sind). Aber selbst, wenn zunächst nur eine nicht barierrefreie, einfache Treppe als Stahlkonstruktion entstünde, wäre es ein Gewinn für viele Bewohner auf beiden Seiten.

4. Zugang zum S Pankow-Heinersdorf
Die Anbindung der neuen Tram zum S-Bahnhof bzw. die fußläufige Erreichbarkeit für die im östlichen Teil Wohnenden habe ich in keinem Entwurf entdeckt. Ein Fußweg, der über die Autobahnbrücke führt, ist ein großer Umweg (mind. 300m), die noch bestehende, aber z.Z. geschlossene Fußgängerbrücke am Rundlockschuppen, ist leider am "falschen" Ende des Bahnhofs, wenn man vom Pankower Tor kommt.

Wenn Sie es nicht schon ohnehin getan haben, lege ich Ihnen einen Spaziergang durch den Dettelbacher Weg, dem Zeiler Weg, über den Spielplatz durch die Unterführungen, zum Kissingenplatz, durch die Neumann- und Stubnitzstraße nahe. Sie erhalten einen guten Eindruck über die Gestaltung und Qualität dieser Wohnanlangen, die zumindest in Teilbereichen als Maßstab für das Pankower Tor dienen mögen.

Für Rückfragen stehe ich gerne bereit.

Hier sieht man, wie hoch gebaut werden muss um die bestehenden Anforderungen umzusetzen... viele 6-Geschosser und mehr. Das wird auch bei den anderen Entwürfen nicht anders sein. Zu viel Anforderungen für den bestehenden Raum.

Seiten